Nhut La Hong

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Man muss hoffen und träumen und sich dann darauf konzentrieren, diese Träume wahr zu machen – auch wenn man dafür Hürden überwinden muss!“

Beruf: Modedesigner
Geburtsjahr: geheim 😉
Wurzeln: Vietnam

Die Lebensgeschichte von La Hong liest sich wie die klassische Erfolgsstory: Aus einem vietnamesischen Emigrantenjungen wird ein erfolgreicher Modedesigner.

Nhut („Der rosa Sonntag“) La Hong  wird in Vietnam als fünftes von acht Kindern geboren.

Für seinen Vater, einen angesehenen Zahnarzt, steht von Anfang an fest, dass auch sein Sohn einmal Medizin studieren soll. Die Mutter, eine gelernte Schneiderin, übt nach der Heirat ihren Beruf nicht mehr aus. In Vietnam widmet sich die Frau traditionell dem Haushalt und der Erziehung der Kinder.

Die Mutter näht sämtliche Kleider für die Familie selbst. Schon im Kindesalter interessiert sich La Hong für das Nähen – aber auch andrere Hausarbeiten sowie das Zeichnen faszinieren ihn.

Heimlich beginnt er bei seiner Mutter das Handwerk zu erlernen. Sein Vater darf es auf keinen Fall erfahren, denn er hätte dafür keinerlei Verständnis. Er würde es sogar als Schande auffassen, dass sich sein Sohn für diesen Beruf interessiert, der in Vietnam als Frauenberuf gilt.

La Hong ist 14 Jahre alt, als er und seine Familie nach Österreich auswandern. Ist es ein Zufall oder Bestimmung, dass seine Wahlheimat Vorarlberg – die Textilhochburg Österreichs – wird?

Ohne Deutschkenntnisse schafft es La Hong, in Bregenz in die vierte Klasse Volksschule aufgenommen zu werden. Schnell wird er aufgrund seines offenen und liebenswürdigen Wesens integriert. Nach dem Abschluss der Hauptschule absolviert La Hong eine 3-jährige Lehre als Technischer Zeichner und schließt diese erfolgreich ab. Schon damals erkennen die Lehrer –aber auch sein Umfeld – seine herausragende Kreativität.

Textildesigner aus seinem Freundeskreis raten ihm, nach Wien in die „Spengergasse“ zu gehen. Die höhere technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt Spengergasse ist eine der ältesten und renommiertesten Textilschulen Europas. Ohne Wissen seiner Eltern reist er nach Wien und meldet sich für die Abteilung Mode- und Musterzeichnung an. Die 5-jährige Ausbildung schließt La Hong mit einem ausgezeichneten Erfolg bei der Matura ab. 

Damit war er seinem Traum zwar einen gewaltigen Schritt näher – doch gilt es, noch weitere Schwierigkeiten zu meistern.

Nach etlichen Bewerbungen bei den verschiedensten Boutiquen in Wien wird ihm in einer kleinen Wiener Innenstadtboutique (die es übrigens heute noch gibt) eine Stelle als Aushilfe angeboten. Seine unmittelbare Vorgesetzte ist die Schwester des Eigentümers und die Meisterschneiderin im Salon. Sie wird La Hong’s Lehrmeisterin und führt ihn in die Welt der Schneiderei ein. La Hong lernt schnell, macht sich unentbehrlich und wird von seinem Dienstgeber wie ein Familienmitglied aufgenommen.

Seinen Zivildienst leistet er im Krankenhaus Lainz. Für Leute aus der Ärzte – und Schwesterschaft näht er bei sich zu Hause Kleider. Das sind seine ersten kleinen privaten „Designeraufträge“. Nach dem Zivildienst nimmt La Hong Aufträge exklusiver Boutiquen Wiens, von Gucci bis Versace, für Änderungsarbeiten an. Bald ist er für seine hervorragende Arbeit unter den Geschäftsleuten bekannt und auch Kundinnen werden auf den Schneider aufmerksam.

Wieder ist er seinem Traum ein Stück näher. Mit dem Geld, das er durch die Änderungsschneiderei verdient, kreiert er seine ersten Designerkleider, die er äußerst erfolgreich in kleinen Modeschauen präsentiert. „Nebenbei“ legt er in der Abendschule noch die Meisterprüfung für Damenkleidermacher ab.

Nach sechs harten Jahren, verbunden mit viel Fleiß und großen Entbehrungen, erfüllt sich sein Traum: Er gründet sein eigenes Modeatelier im ersten Wiener Bezirk – dem Modezentrum der Stadt. Vier Jahre später schließlich eröffnet La Hong seinen ersten Modesalon.

Heute ist der Designer der jungen, aufstrebenden Marke „LA HONG“ vor allem im Bereich der Damen-Haute-Couture aktiv. Verstärkt widmet sich La Hong nun auch innovativen Herrenkollektionen.

„Meine Entwürfe basieren auf mein asiatisches Stilempfinden, das ich neu erfinde und verändere. Ich bin Asiate, aber lebe in Österreich – so würde ich meinen Stil als raffinierte Kombination aus asiatischen und europäischen Einflüssen bezeichnen“.

Seine größte Inspiration liegt in seinem Glauben und seinem eigenen Wesen. La Hong besitzt die außergewöhnliche Gabe, aus dem Leben nur Schönes und Positives zu schöpfen.

„Man muss hoffen und träumen und sich dann darauf konzentrieren, diese Träume wahr zu machen – auch wenn man dafür Hürden überwinden muss!

Meine Lebensphilosophie – die muss ich nicht neu erfinden: Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume“

Foto copyright: Pichler&Pichler



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