Enikö Tökes

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Eine Blume kann nur dann in schönen Blüten erblühen, wenn die Wurzeln regelmäßig gepflegt werden

Beruf: Qualitätssicherung bei Nycomed in Linz
Geburtsjahr: 1965
Wurzeln: Rumänien

Nach ihrer Flucht nach Österreich engagierte sich Enikö Tökes jahrelang ehrenamtlich im Bereich der Integration. Seit 2000 ist sie für die Qualitätssicherung bei Nycomed Austria zuständig und wurde 2009 für den MIA-Award nominiert.

Geboren und aufgewachsen in Klausenburg (Siebenbürgen/Rumänien), habe ich wegen meiner Minderheitszugehörigkeit mit ungarischer Muttersprache schon in meiner Jugend, die verschiedensten Formen der Diskriminierung kennen gelernt. Die Ungarn aus Siebenbürgen sind zahlenmäßig einer der größten Minderheiten Europas, und so eine Herkunft prägt ein ganzes Leben lang. Die daraus resultierenden permanenten Nachteile und zusätzlich das kommunistische Regime haben mich irgendwann dazu bewogen, meine Heimat zu verlassen. Eine weitere große Enttäuschung nach meiner Flucht nach Ungarn war, im eigentlichen Vaterland als “Ungarin II. Klasse” behandelt zu werden. Das hat mich dann dazu gedrängt, nach Österreich zu flüchten.
Obwohl ich damals die Zusage bekommen habe, nach Kanada oder USA auswandern zu können, bin ich trotzdem hier geblieben und habe es bis heute nicht bereut. In Österreich ist mir schnell klar geworden, dass bestimmte Hürden, Barrieren bewältigt werden müssen, aber trotz allem es sehr wohl möglich ist, eine neue Existenz aufzubauen.

Während meines 12jährigen ehrenamtlichen Engagements im Bereich Integration habe ich viele interessante Erkenntnisse gewonnen und dabei schöne und erwärmende Erlebnisse durch Kulturveranstaltungen, Diskussionsabende, Kooperationen mit viele Gleichgesinnten/Vereinen/Institutionen usw. erfahren. Die Mitwirkung in zwei Arbeitskreisen bei der Ausarbeitung des Integrationsleitbildes für Oberösterreich war eine spannende, horizonterweiternde und interessante Aktivität.Die interkulturelle Integrationspolitik finde ich äußerst wichtig, zumal es in dieser Richtung noch viel Potential gibt.

Den MIA-Award für Frauen mit internationalem Hintergrund sehe ich für mich als Bestätigung und auch enorm motivierend. Ich fühle mich als eine Cosmopolitin und bin überzeugt, dass jede Kultur eine absolute Bereicherung darstellt. Über die MIA-Award Nominierung bin ich hocherfreut, ich betrachte sie gleichzeitig nicht nur als private sondern auch als eine gemeinschaftliche Anerkennung: Integrationsrat Vöcklabruck,  Kulturverein der Ungarischen Sprachgruppe in Oberösterreich, die Koordinationsstelle für Integration der OÖ Landesregierung und andere Vereine oder Institutionen, die mich im Laufe der vielen Jahre bewegt und gefordert haben.
Beruflich bin ich seit 2000 bei Nycomed beschäftigt, zuerst im Entwicklungslabor, seit Sept 2008 eine neue Herausforderung als Qualitätssicherung Spezialistin; zusätzlich Mitarbeit in betrieblichen. Gesundheitsförderungsprojekten.
Als alleinerziehende Mutter eines 17 J. Sohnes – Csongor Szilárd -,war es eine zusätzliche Motivation mich ständig  berufsbegleitend weiterzubilden, nicht nur um für ihn ein Vorbild zu werden sondern gleichzeitig anderen Frauen auch Mut zu machen, ihren Weg zu gehen. Während der zehnjährigen sportlich erfolgreichen Aktivitäten meines Sohnes (Fechten, Orientierungslauf, Athletik) habe auch auf dieser Ebene grosse Integrationschancen entdeckt.

Als Schlusswort: Integration – JA,  Assimilation – NEIN.
-“Eine Blume kann nur dann in schönen Blüten erblühen, wenn die Wurzeln regelmässig gepflegt werden”.
 
-Bildungsweg:
 
– Matura in Klausenburg, Naturwissenschaftliches Gymnasium, Schwerpunkt: Biologie-Chemie
– insgesamt 6 Semester Organische Chemie an der Technische Uni in Klausenburg und Budapest
– Werkmeisterkurs für Technische Chemie, BFI Vöcklabruck
-Abschluss des Unilehrgangs “Gesundheitsmanagement” als Akademische Gesundheitsmanagerin/ Johannes Kepler Uni in Linz;
– Module: Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Logistik, Kommunikation und Konfliktmanagement, gesundheitsspezifische Themen usw.; Diplomschwerpunkt: betriebliche Gesundheitsförderung   
– regelmäßige Teilnahme an Gesundheitsförderungskonferenzen, Fachseminaren (beruflich oder ehrenamtlich), interkulturelle Workshops bzgl. Integration


Ehrenamtlich:

– 1996: Integrationsrat Vöcklabruck (Gründungsmitglied, Vorstand später Obfrau bis 2000, danach Übersiedlung nach Linz aus beruflichen Gründen)
– parallel dazu: Ungarische Radiosendung, Ungarische Wochenendschule, Kulturverein der Ungarischer Sprachgruppe in Oberösterreich
– seit 2007 als neugewählte Obfrau des Vereines
– Kooperationen, Teilnahme an gemeinsame Veranstaltungen, multi-kulturelle Feste, Diskussionsabende in Oberösterreich (Integrationsrat Vöcklabruck, Volkshilfe Vöcklabruck, Traun, Linz, Ausländer Integrationsbeirat Linz, Dioezese Linz, Interkulturelle Grünen, Migrare Linz, Koordinationsstelle für Integration der OÖ Landesregierung, versch. Vereine)
-als mehrsprachige Dolmetscherin auf internationale Sportveranstaltungen: Ungarisch als Muttersprache, Rumänisch, Deutsch, Englisch, romanische Sprachen.


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