Aysegül Dinckan-Yilmaz

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Beruf: Koordinatorin für Lehramt Islamische Religion an Pflichtschulen
Geburtsjahr: 1982
Wurzeln: Türkei

Ich bin 1982 in Istanbul auf die Welt gekommen. Als ich die zweite Klasse abgeschlossen hatte, habe ich von meiner Mutter erfahren, dass wir im selben Sommer noch nach Österreich ziehen werden, wo mein Vater bereits seit mehr als ein Jahr sich aufhielt.

Als ein 9-jähriges Mädchen ist mir dieser Umzug damals nicht so schwer gefallen, wie der  Rest der Familie denke ich. In einem kleinen Dorf im Traunviertel habe ich die Volks-, Haupt- und Fachschule abgeschlossen. Ich glaube, meine Familie war dort eine von den wenigen Migrantenfamilien. So hatte ich in dieser Zeit fast nur österreichische Freunde.

Durch eine familiäre Entscheidung – dass wir ins Burgenland ziehen werden – kamen neue Ideen in den Vordergrund und öffneten mir auch neue Tore. Ich wollte in Wien meine Matura machen und studieren. So kam es auch.

Wien ist eine Stadt mit vielen Möglichkeiten. Nachdem ich in einem Jahr erfolgreich das Berufsreifezeugnis erworben hatte, schrieb ich mich an der Wirtschaftsuniversität in Wien für das Studium Betriebswirtschaft ein. Daneben hatte ich auch viele Studentenjobs, sowohl in österreichischen Institutionen als auch in Institutionen, die von Migranten gegründet wurden.

Durch mein Studium und die Studentenjobs hatte ich die Möglichkeit Menschen aus sehr verschiedenen Herkunftsländern oder verschiedenen Kulturkreisen kennen zu lernen. Ich merkte auch erst in Wien, dass es unter den Landsleuten sehr viele Unterschiede gibt – das Erste, was mir auffiel war der Wiener Dialekt.

Seit ich mein Studium abgeschlossen habe, arbeite ich als Koordinatorin für das Berufsbegleitende Studium am Privaten Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen. Hier werden Religionslehrer für den Islamischen Religionsunterricht im Pflichtschulbereich ausgebildet. Meiner Meinung nach ist es wichtig, Kindern zu zeigen, wie Sie ihre Religion „Islam“ mit Österreich verbinden können. Dafür ist der Religionsunterricht eine gute Möglichkeit, bei den Kindern anzusetzen und ihnen die Möglichkeit und Unterstützung für die Identitätsbildung zeigen. Deshalb ist mir mein derzeitiger Beruf von großer Bedeutung und ich mache sie sehr gerne.

Wir leben in einer Stadt, wo Diversität eine Normalität ist, sich dadurch auszeichnet und bereichert. Unsere Aufgabe ist es, diese Schönheit zu pflegen, zu unterstützen und uns dafür einzusetzen.

 



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