Alexandra Gallen

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Beruf: Sprachkoordinatorin
Geburtsjahr: geheim 😉
Wurzeln: Kroatien Frankreich

Koordinatorin der Sprachausbildung für Bosnisch/Kroatisch/Serbisch am Institut für Slawistik der Universität Graz.

Als Kind eines kroatisch-französisch-österreichischen Elternpaares in der Steiermark geboren umfasste meine Lebenswelt von Anfang an mehr Raum als jenen, in dem ich meinen Alltag verbrachte. Dieser Umstand schenkte mir viel Buntheit und viele Freuden, brachte aber auch Sehnsüchte und Ängste. Und schon früh bewusste Wahrnehmung von Anders- und Zwischen-Sein.

Bei all diesem Erleben spielte ebenso schon sehr bald Sprache eine wesentliche Rolle. Einerseits meine beiden persönlichen Sprachen Deutsch und Kroatisch, andererseits die Erfahrung, welch große Bedeutung der Sprache als Zeichen von Zugehörigkeit zukommt.

So war es rückblickend betrachtet wohl auch kein Zufall, dass ich mich dazu entschloss, an der Universität Graz die Fächer Serbokroatisch (wie es damals noch hieß) und Französisch zu studieren. Im Rahmen meiner Ausbildung absolvierte ich Auslandsaufenthalte in Frankreich und Belgien sowie einen Teil meines Studiums an der Universität Zagreb, die zu dieser Zeit ihre letzten Tage als jugoslawische Bildungsinstitution erlebte. Schon bald nach meiner Rückkehr nach Österreich kam es zu ersten kriegerischen Auseinandersetzungen in Jugoslawien und die Ereignisse der folgenden Jahre in diesem Raum prägten das Leben meiner Familie und auch meines nachhaltig. Um in unserer Hilflosigkeit nicht auch noch tatenlos zu sein, engagierten wir uns ehrenamtlich in Hilfsprojekten.

Nach dem Abschluss meines Studiums arbeitete ich mit viel Freude mehrere Jahre lang am Fremdsprachenzentrum des Europarats sowie im internationalen Bereich der Universität Graz, wo ich die Möglichkeit hatte, mich aktiv am Aufbau des in der  österreichischen Hochschullandschaft einmaligen ‚Gesamtuniversitären Schwerpunkts Südosteuropa‘ zu beteiligen.

Gleichzeitig war ich in dieser Zeit auch immer als Sprachlehrende für Bosnisch/Kroatisch/Serbisch am Institut für Slawistik der Universität Graz tätig. Ich hatte mit der Lehrtätigkeit noch während meines Studiums begonnen und bald schon hatte sich der innige Wunsch geformt, sich irgendwann ganz dieser Aufgabe widmen zu wollen. Ursprünglich war dies nicht mein Berufsziel gewesen, doch hatten nur wenige Erfahrungen genügt, damit ich erkannte, dass diese Tätigkeit die eigentlich gesuchte war: meine Sprachen, meine Kulturen und das Zwischen-Sein wurden ein produktives, brückenschlagendes Ganzes.

2007 ging mein Wunsch in Erfüllung und ich konnte ganz in die Lehre am Institut für Slawistik der Universität Graz wechseln. Ich übernahm damit auch die Koordination der Sprachausbildung für Bosnisch/Kroatisch/Serbisch am Institut und zwei Jahre später zusätzlich einen Teil der fachdidaktischen Ausbildung für diese Studienrichtungssprachen.

In meiner Arbeit stellt die Beschäftigung mit Fragestellungen zur interkulturellen Kommunikation in unterschiedlichen Kontexten einen wesentlichen Schwerpunkt dar. Aus tiefer Überzeugung ist es mir wichtig, das Bewusstsein für einen reflektierten und sensiblen Umgang der Mitglieder einer vielfältigen Gesellschaft miteinander zu fördern. Und eben deshalb erlebe ich meine Arbeit mit jungen Menschen immer aufs Neue als einen wertvollen Austausch und eine große Bereicherung.



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