Lebenslauf

 

Aret G. Aleksanyan

 

Aret G. Aleksanyan wurde in Istanbul als Sohn einer armenischen Kaufmannsfamilie geboren. Nach der Volksschule bei den Mechitaristen in Istanbul besuchte er ebendort das österreichische Gymnasium (Sankt Georg Kolleg). Nach der Matura kam er 1974 nach Wien und studierte Regie am Max Reinhardt Seminar auf der Hochschule für Musik und darstellende Kunst.
Beginnend in seiner Studienzeit setzte er sich bis heute mit der österreichischen Geschichte und Literatur auseinander. Er perfektionierte seine Deutschkenntnisse und seine Aussprache und lernte Wien mit all seinen Besonderheiten kennen und lieben, und verfiel bereits in seinen ersten Jahren dieser Stadt mit und trotz all ihrer Eigenheiten.

Es folgten Engagements an verschiedenen Theatern wie dem  Ensemble Theater, Schauspielhaus Wien, Theater Courage, Sommerspiele Porcia  etc. Er wirkte auch in Fernsehfilmen wie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ und „Tatort“ mit.
Er kam in den Genuss, die Blütezeit der Wiener Mittelbühnen in den siebziger Jahren selbst zu erleben und arbeitete mit Theatergrößen wie Helmut Qualtinger,  Hans Gratzer, Michael Schottenberg, Maria Bill, Vera Borek, Toni Böhm u.a.

Ab 1989 leitete er viele Jahre das Jugendzentrum Rudolfsheim im 15. Gemeindebezirk mit dem Schwerpunkt auf Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche vor allem aus  Migrantenfamilien. Während er sich intensiv mit der  Kinder- und Jugendarbeit im außerschulischen Bereich auseinander setzte, vergaß er nicht sich auch für die schulische und sprachliche Förderung der Kinder von MigrantInnen einzusetzen.  

1990 gründete er parallel zu seiner sozialarbeiterischen Tätigkeit sein eigenes Ensemble aus jungen MigrantInnen und inszenierte Theaterstücke in türkischer Sprache für in Wien lebende türkischsprachige MitbürgerInnen. Damit leistete er  Pionierarbeit für die Erhaltung und Stärkung ihrer kulturellen Identität, die er für das Erlernen der neuen Sprache und das Einleben in das neue soziale Umfeld ihrer zweiten Heimat für unerlässlich hielt.

1992 übernahm Aret Güzel Aleksanyan die Leitung des Interkulttheaters im 6. Bezirk, das sich der Entwicklung interkultureller Lebensformen verschrieben hat, und in seiner konzeptuellen Ausrichtung das Selbstverständnis einer multikulturellen Gesellschaft unterstreicht.

Aret Güzel Aleksanyan  fühlt sich seit jeher einem humanistischen Bildungsideal verpflichtet. Er  ist in seinem sozialen Handeln wie auch in seinem kulturellen und künstlerischen Werken stets dem Grundsatz der politischen und sozialen Partizipation ethnischer  und sozialer Minderheiten gefolgt, da  er sie als ein integraler Teil der hiesigen Gesellschaft sieht.
Er setzt sich für  den Abbau von Vorurteilen ein und lehnt sich gegen soziale wie ethnische Stigmatisierungen auf und leistet mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen rassistische und faschistische Tendenzen Widerstand.

Nicht zuletzt erachtet er den Erwerb der interkulturellen Kompetenz für gegenseitige Toleranz vor allem aber Akzeptanz von immenser Wichtigkeit und verspricht sich davon ein friedliches, buntes und doch spannendes Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft.

Aret G. Aleksanyan bekam im Februar 2008 für seine langjährigen Bemühungen und seinen unermüdlichen Einsatz für den interkulturellen Dialog zwischen den Kulturen das goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien verliehen.

Homepage:  http://www.interkulttheater.at/home/index.html